26.10.2026
Green Streaming: Ergebnisse
KlimAktiv erweitert den CO₂-Rechner.PRO um die Berechnung von Streaming-Emissionen
Das Forschungsprojekt Green Streaming ist abgeschlossen – und die Ergebnisse werden jetzt in der Praxis genutzt. Wir von KlimAktiv haben ein Profil zur Berechnung von Streaming-Emissionen für den CO₂-Rechner.PRO entwickelt. Es kann auf Kundenwunsch integriert werden. Unternehmen können die Emissionen von Streaming damit separat auswerten oder in ihre gesamte Treibhausgasbilanz einbeziehen.
Video-Streaming ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welcher Energieverbrauch und welche CO2-Emissionen mit der Nutzung verbunden sind. Das Green Streaming-Projekt hatte deshalb das Ziel, die gesamte Streaming-Wirkkette umfassend und auf Basis reproduzierbarer Messdaten zu untersuchen, den Energiebedarf zu modellieren und konkrete Ansätze für eine nachhaltigere digitale Mediennutzung zu entwickeln.
Die gesamte Streaming-Wirkkette im Blick
Im Green Streaming-Projekt untersuchten die Konsortialpartner Fraunhofer FOKUS, die T-Labs der Deutschen Telekom AG, der rbb (Landesrundfunkanstalt für die Länder Berlin und Brandenburg), die LOGIC media solutions GmbH und KlimAktiv den Energiebedarf entlang der gesamten Streaming-Wirkkette – vom Encoding über die Content Delivery Networks und Distributionsnetze bis hin zu den Endgeräten.
Labor- und Feldmessungen zeigten, dass insbesondere die Endgeräte den Energieverbrauch beeinflussen, während die Lastdynamik der Distributionsnetze vergleichsweise gering ist. Auch die Einstellungen bei der Wiedergabe spielen eine Rolle: Eine geringere Videoauflösung spart auf Fernsehgeräten praktisch keine Energie. Der Eco-Modus oder eine angepasste Helligkeit können dagegen deutlich wirksamer sein und den Energieverbrauch um bis zu ein Drittel senken.
Von der Forschung in die Anwendung
Aus den Projekterkenntnissen entstanden verschiedene technische Lösungen, darunter FAMIUM GreenView und FAMIUM Wattlify, der Green TV-Buddy sowie ein digitaler CDN-Zwilling für einen vorausschauenden und energieeffizienten Netzbetrieb. Ergänzt werden diese Entwicklungen durch das Green Streaming Measurement Framework, KI-Modelle, Nachhaltigkeitskriterien und Ansätze für eine energieeffiziente Cloud-Produktion.
Ein Beispiel für den Praxistransfer ist der Green TV-Buddy. Die Anwendung sensibilisiert Nutzerinnen und Nutzer für einen bewussteren und energieeffizienteren Umgang mit Video-Streaming und zeigt unter anderem, wie sich der Eco-Modus am Endgerät aktivieren lässt. Sie befindet sich seit Mai 2026 im Pilotbetrieb in der ZDF-Mediathek. Das ZDF ist assoziierter Projektpartner und trägt dazu bei, die Projektergebnisse für Nutzerinnen und Nutzer zugänglich zu machen.
Streaming-Emissionen in der Treibhausgasbilanz erfassen
Green Streaming hat gezeigt, wie sich der Energiebedarf von Video-Streaming über die gesamte Wirkkette hinweg anhand reproduzierbarer Messdaten untersuchen lässt. Die Messungen und Modelle zeigen, wo sich beim Streaming Energie einsparen lässt. KlimAktiv macht diese Erkenntnisse mit dem neuen Streaming-Profil für die Unternehmensbilanzierung nutzbar.
© Bilder: KlimAktiv