30.03.2026
Green Filming Report Österreich
CO2-Bilanzierung als Grundlage nachhaltiger Filmproduktion – mit den CO2-Rechnern von KlimAktiv
Mit dem Green Filming Report 2021–2025 legt das Österreichische Filminstitut erstmals eine umfassende Auswertung zur nachhaltigen Kinofilmproduktion in Österreich vor. Die Konzeption als digitales Tool ermöglicht ein transparentes Monitoring von nachhaltiger Kinofilmproduktion in Österreich und wird in regelmäßigen Abständen aktualisiert und weitergeführt. Hier geht es zum Green Filming Report.
Im Zentrum steht ein systematischer Ansatz, der ökologische Anforderungen, Datenerhebung und Förderpraxis miteinander verbindet.
Verbindliche CO2-Bilanzierung in der Filmförderung
Seit 2021 ist die Erstellung einer CO2-Bilanz fester Bestandteil der österreichischen Kinofilmförderung. Geförderte Produktionen sind verpflichtet, ihre Emissionen zu erfassen und nach Projektabschluss zu dokumentieren. 82,4 % aller Kinofilmproduktionen von 2021–2025 des Österreichischen Filminstituts werden nach verpflichtenden, nachhaltigen Regelungen produziert.
Damit wurde ein einheitlicher Rahmen geschaffen, der:
- ökologische Auswirkungen messbar macht
- Vergleichbarkeit zwischen Produktionen ermöglicht
- eine datenbasierte Weiterentwicklung von Maßnahmen unterstützt
Der Green Filming Report bündelt diese Daten erstmals und macht Entwicklungen über mehrere Jahre hinweg sichtbar.
Rolle der KlimAktiv CO2-Rechner
Eine zentrale Grundlage für die Datenerhebung bilden die CO2-Rechner von KlimAktiv, die im Rahmen des Green-Filming-Systems eingesetzt werden:
- Evergreen Prisma CO2-Rechner für Film & TV Austria
- Green Shooting CO2-Rechner für Film- & TV-Produktionen (Deutschland)
- CO2-Rechner für Film- & TV-Produktionen der IDM Film Commission Südtirol
- SWISS CO2 Calculator Film & Medien
Die Rechner ermöglichen eine strukturierte Erfassung von Treibhausgasemissionen entlang der gesamten Filmproduktion. Berücksichtigt werden unter anderem:
- Transport und Mobilität
- Energieeinsatz am Set
- Unterbringung und Verpflegung
- Material- und Ressourcenverbrauch
Die Bilanzierung erfolgt sowohl prognostisch (vor Produktionsbeginn) als auch rückblickend auf Basis realer Daten. Dadurch entstehen belastbare Datensätze, die für Auswertungen wie im Green Filming Report genutzt werden.
Ein wesentliches Merkmal ist die Standardisierung der Methodik. Sie sorgt dafür, dass Emissionsdaten konsistent erhoben und zwischen verschiedenen Produktionen sowie über mehrere Jahre hinweg vergleichbar sind.
Datengrundlage für Auswertung und Weiterentwicklung
Die durch die CO2-Rechner erhobenen Daten bilden die Grundlage für zentrale Kennzahlen im Report. Dazu zählen beispielsweise:
- Emissionsintensität von Filmproduktionen (z. B. CO2e pro Budgeteinheit)
- Verteilung der Emissionen auf verschiedene Produktionsbereiche
- Entwicklung von Emissionen im Zeitverlauf
Diese Auswertungen ermöglichen es, besonders emissionsintensive Bereiche zu identifizieren und gezielt Maßnahmen zur Reduktion abzuleiten.
Einordnung im europäischen Kontext
Das österreichische Modell zeichnet sich dadurch aus, dass CO2-Bilanzierung, Förderkriterien und Datenauswertung eng miteinander verzahnt sind. Der Report beschreibt dieses Vorgehen als Teil eines ganzheitlichen Systems („Green Funding“), das neben Emissionen auch wirtschaftliche Aspekte wie Mehrkosten berücksichtigt.
Die verwendeten Methoden und Tools sind zudem anschlussfähig an Entwicklungen in anderen europäischen Ländern, was insbesondere für internationale Koproduktionen relevant ist.
Fazit
Der Green Filming Report zeigt, dass eine systematische CO2-Bilanzierung eine zentrale Voraussetzung für die Bewertung und Weiterentwicklung nachhaltiger Filmproduktion ist.
Die CO2-Rechner von KlimAktiv leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag, indem sie eine einheitliche und belastbare Datengrundlage bereitstellen. Auf dieser Basis können ökologische Auswirkungen nicht nur dokumentiert, sondern auch analysiert und langfristig reduziert werden.
© Bild: Österreichische Kinofilmförderung