29.10.2026

EmpCo und Green Shooting

Was die neuen EU-Regeln für nachhaltige Filmproduktionen bedeuten

Ob klimafreundliche Produktion, nachhaltiges Setdesign oder CO₂-reduzierter Dreh: Die Filmbranche arbeitet zunehmend daran, ihre ökologischen Auswirkungen zu verringern. Doch wie lässt sich sicherstellen, dass Nachhaltigkeitsversprechen auch halten, was sie versprechen? Mit der EmpCo-Richtlinie rückt genau diese Frage stärker in den Fokus. 

Nachhaltigkeit braucht belastbare Nachweise 
Seit dem 27. September 2026 gelten EU-weit neue Regeln gegen irreführende Nachhaltigkeitswerbung. Die sogenannte EmpCo-Richtlinie („Empowering Consumers for the Green Transition“) soll Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor Greenwashing schützen. Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ oder „grün“ dürfen nicht mehr ohne die erforderliche Grundlage verwendet werden. Auch irreführende Nachhaltigkeitssiegel und bestimmte Aussagen zur Klimaneutralität durch Kompensation sind betroffen. 

Für die Filmbranche ist das besonders relevant, wenn Produktionen, Unternehmen oder Dienstleistungen gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern mit ökologischen Vorteilen beworben werden. Wer Nachhaltigkeit kommuniziert, sollte deshalb genau benennen können, worauf sich die Aussage bezieht und wie sie belegt wird. 

Green Shooting: Standards schaffen Orientierung 
Mit den bundesweiten ökologischen Standards für Kino-, TV- und Online-/VoD-Produktionen verfügt die deutsche Filmbranche bereits über eine wichtige Grundlage. Sie umfassen konkrete Anforderungen an unterschiedliche Produktionsbereiche – von Energie und Mobilität über Unterbringung und Verpflegung bis hin zu weiteren ressourcenrelevanten Abläufen. 

Seit November 2025 umfasst die aktuelle Fassung 25 Muss-Vorgaben. Für öffentlich geförderte Produktionen ist die Einhaltung der Standards eine Fördervoraussetzung. Das Label green motion macht die Anwendung dieser Standards sichtbar. Im Zuge der neuen EmpCo-Vorgaben wird derzeit geprüft, ob das Label die Anforderungen der Richtlinie erfüllt. Damit rückt auch für die Filmbranche die Frage in den Fokus, unter welchen Voraussetzungen Nachhaltigkeitslabels verwendet werden können. 

Für Produktionsunternehmen bleibt deshalb wichtig, nicht nur ökologische Maßnahmen umzusetzen, sondern auch die verwendeten Standards und Labels sowie die damit verbundenen Aussagen nachvollziehbar einzuordnen. 

Vom guten Vorsatz zur nachvollziehbaren Kommunikation 
Was bedeutet das für die Praxis? Produktionsunternehmen sollten nicht nur ihre Maßnahmen planen, sondern auch darauf achten, wie sie diese später nach außen darstellen. 

Statt pauschal von einer „grünen Produktion“ zu sprechen, kann es beispielsweise sinnvoller sein, konkret auf die angewendeten ökologischen Standards, nachgewiesene Maßnahmen oder die erfassten Emissionen einzugehen. Wichtig ist dabei, dass die Aussage tatsächlich durch die vorhandenen Nachweise gedeckt ist und nicht mehr verspricht, als belegt werden kann. 

Auch die CO₂-Bilanzierung kann einen wichtigen Beitrag leisten: Sie macht Emissionen sichtbar, zeigt relevante Stellschrauben auf und hilft dabei, Fortschritte nachvollziehbar zu dokumentieren. Voraussetzung ist, dass Bilanzgrenzen, Datenbasis und betrachtete Emissionsquellen transparent sind. 

Glaubwürdigkeit beginnt bei der Produktion 
Die EmpCo-Richtlinie ist kein spezielles Filmgesetz. Ihre Bedeutung für die Branche hängt davon ab, wie und gegenüber wem Nachhaltigkeitsaussagen kommuniziert werden. Gerade bei öffentlichkeitswirksamen Produktionen, Werbefilmen und der Vermarktung nachhaltiger Dienstleistungen lohnt es sich jedoch, Aussagen und Belege sorgfältig aufeinander abzustimmen. 

Denn nachhaltiges Produzieren und glaubwürdige Kommunikation gehören zusammen. Wer Emissionen systematisch erfasst, ökologische Maßnahmen frühzeitig in die Planung integriert und Ergebnisse nachvollziehbar dokumentiert, schafft eine bessere Grundlage, um das eigene Engagement transparent darzustellen. 

Unser Fazit: Green Shooting bedeutet nicht nur, Ressourcen zu schonen. Es bedeutet auch, Verantwortung für die eigenen Aussagen zu übernehmen. Je konkreter Maßnahmen und Ergebnisse belegt werden können, desto glaubwürdiger wird nachhaltige Filmproduktion. 

Ihr seid euch nicht sicher, welche Claims ihr für eure Filmproduktion verwenden könnt und wie ihr euer Engagement glaubwürdig kommuniziert? Fragt uns gerne! Wir unterstützen euch dabei, eure Klimaschutzmaßnahmen transparent darzustellen und eure CO₂-Bilanz als Grundlage für eine nachvollziehbare Nachhaltigkeitskommunikation zu nutzen.

Hinweis: Der Beitrag bietet eine allgemeine Einordnung und ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. 

 

© Bild: KlimAktiv

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