02.07.2026

Agroforst in der Landwirtschaft: Klimaschutz mit Wurzeln

Wie sich Landwirtschaft, Klimaschutz und Biodiversität miteinander verbinden lassen, stand im Mittelpunkt des Kickoff-Events „BWimpact – Agroforst“ der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg und myclimate. Für Julia Siewert und Georg Smolka von KlimAktiv bot die Veranstaltung spannende Einblicke in die konkrete Umsetzung von Agroforstsystemen für eine klimaresiliente Landwirtschaft.

Agroforst beschreibt die gezielte Integration von Bäumen und Sträuchern in landwirtschaftliche Produktionssysteme. Agroforstsysteme bieten viele Vorteile: Bäume spenden Schatten, unterstützen den lokalen Wasserkreislauf, schützen Böden vor Erosion und schaffen Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Sie können auch dazu beitragen, landwirtschaftliche Flächen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Besonders deutlich wurde beim Austausch mit Expert*innen und Projektverantwortlichen, dass Landwirtschaft und Naturschutz kein Widerspruch sein müssen. Im Gegenteil: Gut geplante Agroforstsysteme verbinden ökologische und wirtschaftliche Vorteile und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen Landnutzung.

Viele dieser Ansätze werden im globalen Süden bereits seit Jahrzehnten erfolgreich praktiziert. Die dortigen Agroforst-Projekte fördern den Klimaschutz und stärken gleichzeitig die Lebensgrundlagen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern. Ein Beispiel dafür ist das Plan Vivo-Projekt „CommuniTree“ in Nicaragua aus dem internationalen Projektportfolio von KlimAktiv. Durch die Pflanzung und Pflege von Bäumen auf landwirtschaftlichen Flächen erhöhen die Teilnehmenden die Widerstandsfähigkeit ihrer landwirtschaftlichen Flächen gegenüber Wetterextremen und erschließen zugleich zusätzliche Einkommensquellen. Das Projekt verbindet Klimaschutz, Biodiversitätsförderung und lokale Wertschöpfung auf wirkungsvolle Weise.

Auch in Deutschland gewinnen naturbasierte Klimaschutzmaßnahmen zunehmend an Bedeutung und haben inzwischen im Naturprämien-System ein weitere „Währung“ neben den aus der CO2-Kompensation bekannten Emissionszertifikaten gefunden. Das System der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg ermöglicht es Unternehmen, regionale Projekte zur Förderung von Klima- und Biodiversitätsschutz zu unterstützen. „Das Naturprämien-System steht und kann von allen interessierten Unternehmen für unsere regionalen Projekte genutzt werden“, erklärt Julia Kovar, Leiterin der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg auf LinkedIn. Neben Agroforst gibt es Projekte zum Waldumbau und Moorrenaturierung.

Das Kickoff-Event hat erneut gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Projektträgern ist, um naturbasierte Lösungen für den Klimaschutz voranzubringen. Für KlimAktiv bot die Veranstaltung die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und Ideen für zukünftige Projekte mitzunehmen. „Schön, dass wir so vielseitige Projekte in Baden-Württemberg haben, die alle auch die Biodiversität fördern!“, fasst Julia Siewert ihre Eindrücke zusammen.

© Fotos: Thomas Niedermüller und KlimAktiv

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