CO2-Rechner in der Forschung: Wie stehen Migranten zum Klimaschutz?

Engagement für Klimaschutz

Wie groß ist das Engagement von Migrantinnen und Migranten für den Klimaschutz? Spielt es eine Rolle, wie gut diese Mitbürger integriert sind? Mit Hilfe eines speziell für diesen Zweck durch KlimAktiv angepassten CO2-Rechner gingen erstmalig Forscher der Fachhochschule Dortmund und des Heidelberger Ifeu-Instituts diesen Fragen nach.


Bild: Pixelio/Christian Seidel

 

Kooperation mit IFEU-Institut

Unter der Leitung von Prof. Dr. Marcel Hunecke und Prof. Dr. Ahmet Toprak wurden insgesamt 1600 Menschen mit türkischen bzw. russischen Wurzeln sowie 400 Deutsche ohne Migrationshintergrund zwischen 16 und 75 Jahren befragt.

Für die umfangreichen Auswertungen wurde der Standard-CO2-Rechner in einer Offlineversion mit Schnittstellen zur Auswertung versehen.  „Dank des IFEU Institutes konnten wir den CO2-Rechner auch in türkischer und russischer Sprache bereitstellen", erklärt Stephan Schunkert, geschäftsführender Gesellschafter und verantwortlich für das Produktmanagement bei KlimAktiv. KlimAktiv und das IFEU-Institut arbeiten seit Jahren erfolgreich zusammen.

Die Studie wurde in den vier Regionen Dortmund, Berlin, München und Baden-Württemberg mit dem Ziel durchgeführt, die Einstellungen der Migranten zum Klimaschutz, ihr Umweltverhalten und die daraus resultierenden CO2-Emissionen zu untersuchen.

Die beiden Dortmunder Sozialforscher haben mit ihrem Team in dieser Erhebung umfangreiche und differenzierte Erkenntnisse zum klimarelevanten Verhalten der Bevölkerung mit türkischem und russischem Migrationshintergrund zusammengetragen. Die gewonnenen Daten sind in Deutschland einmalig, weil über diese beiden Migrantengruppen bis heute keine repräsentativen Untersuchungen vorliegen.

Umwelt- und Klimabewusstsein

Die zentralen Ergebnisse dieser repräsentativen Untersuchung lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:
• Deutsche haben ein besser ausgeprägtes Umweltbewusstsein als Migranten, belasten das Klima aber stärker durch höhere CO2-Emissionen.
• Deutsche verursachen auch die meisten CO2-Emissionen mit dem PKW. Russischsprachige hingegen nutzen Bus und Bahn von allen drei Gruppen am häufigsten.
•  80 Prozent der Befragten gaben an, 2010 Bioprodukte gekauft zu haben, allerdings nur im geringen Umfang bzw. selten. Türkeistämmige Migranten sind misstrauischer gegenüber dem Mehrwert von Bioprodukten als die beiden anderen Gruppen.
• Beim Bezug von Ökostrom ergaben sich deutliche Unterschiede: 1,3 Prozent der Türkeistämmigen und 2,8 Prozent der Russischsprachigen nutzen Ökostrom. Der Anteil der Ökostrombezieher bei den Deutschen liegt bei 6,5 Prozent.
• In allen drei Gruppen ist es eher unüblich, sich Klimaschutz-Organisationen anzuschließen. Will man dennoch einen Unterschied benennen, so engagieren sich Deutsche ungefähr doppelt so häufig.
• Das Klimaschutzengagement wird in allen drei Gruppen durch die gleichen psychologischen Einflussfaktoren bestimmt: Umweltaktivisten sind davon überzeugt, einen persönlichen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten und lassen sich auch dann davon abhalten, wenn es für sie anstrengend wird. Eine Gruppe von Gleichgesinnten ist für den Einzelnen hilfreich.
• Menschen mit türkischen oder russischen Wurzeln stellen keine homogene Gruppe hinsichtlich des Klimaschutzes dar. Um sie für Klimaschutzmaßnahmen zu gewinnen, sollte daher differenziert vorgegangen werden.

In einer zweiten Phase sollen nun umweltpsychologische Interventionsmaßnahmen (Information, Verhaltsrückmeldung, Verhaltensangebote und -anreize) zielgruppen- und problemspezifisch angepasst und deren Effektivität evaluiert werden. Das Projekt läuft noch bis August 2013.

 

 

 

Quelle: KlimAktiv gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH / 13.07.2012 

© Bild: Pixelio/Christian Seidel

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