Klimaschutz ist gemeinschaftliche Aufgabe

Tag der Offenen Tür der Bundesregierung

KlimAktiv gemeinsam mit dem WWF zu Besuch im Bundeskanzleramt


Bundeskanzleramt Bild: pixelio / Bildpixel

 

Einladung zum Staatsbesuch

Es war gewaltig was los bei der „Einladung zum Staatsbesuch", dem Tag der Offenen Tür der Bundesregierung am 20. / 21. August 2011. Bei sommerlichen Temperaturen konnten etwa 160.000 Besucher unter rund 500 Veranstaltungspunkten wählen und haben das Sommerwochenende in Berlin wie in den vergangenen Jahren genutzt, um sich über die Arbeit in den Ministerien, im Bundespresse- sowie im Bundeskanzleramt zu informieren. Auch die „Chefin" des Bundeskanzleramtes, Angela Merkel, ließ es sich nicht nehmen, die Besucherinnen und Besucher persönlich zu begrüßen und mit ihnen im Bundeskanzleramt sowie auf und an der Bühne im Park des Kanzleramtes zu diskutieren.

Expertengespräch zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit

Dort fand auch ein Expertengespräch zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit der Leiterin des Bereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF, Regine Günther, sowie dem Mitgründer und Gesellschafter der gemeinnützigen Gesellschaft KlimAktiv, Norbert Schmid, viele interessierte Zuhörer. Moderiert wurde das Gespräch von Mitri Sirin, bekannt als Nachrichtensprecher und Moderator des ARD-Morgenmagazins.

In lockerer Atmosphäre schlug dieser mit seinen Fragen den Bogen von der internationalen Klimapolitik über die nationale Energiewende bis hin zu den Möglichkeiten, die jeder einzelne von uns hat, um dem Klimawandel zu begegnen.

Befragt, was denn geschehen müsse, um ein Umdenken bei der Weltgemeinschaft herbeizuführen, erläuterten die beiden Experten die Situation in der internationalen Klimapolitik. Regine Günther, die den WWF als weltweit größte Umweltorganisation auf den Klimaschutzkonferenzen vertritt, machte deutlich, dass nach dem ernüchternden Ergebnis der Konferenz von Kopenhagen ein Nachfolgeabkommen zum Kyoto-Protokoll dringend gefunden werden müsse. Vor allem die Industriestaaten sind in der Pflicht, aber auch alle anderen müssen ihren Beitrag leisten, damit das Ziel, die globale Erwärmung um 2° nicht zu überschreiten, erreicht werden kann.

Klimaschutz als Chance

Schmid verwies darauf, dass insbesondere viele Industriestaaten den Klimaschutz immer noch vor allem als Belastung denn als Chance für die eigene Wirtschaft sehen und befürchten, dass deren Wohlstand sinkt. Daher gelte es nun zu beweisen, dass vom Klimaschutz wichtige Impulse auch für die Wirtschaft ausgehen. Gerade das hochtechnisierte Deutschland mit der dort ausgerufenen Energiewende und dem Ziel der Dekarbonisierung der Energieversorgung stehe sehr unter Beobachtung der internationalen Gemeinschaft.

Beide betonten die besondere Bedeutung der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen für den Klimaschutz, da der weit überwiegende Anteil aller Treibhausgas-Emissionen aus der Verbrennung fossiler Stoffe, wie Kohle, Öl oder Erdgas zur Bereitstellung von Wärme und Strom entstehe, die es zum vor allem durch Sonne, Wasser und Wind zu ersetzen gelte.

Angesichts der Tatsache, dass Deutschland bereits heute knapp 20% seines Strombedarfs aus Erneuerbaren deckt, lobten beide den Weg, den Deutschland hierbei bereits zurückgelegt hat. Gleichzeitig hoben sie hervor, dass der vor uns liegende Weg noch lang und steinig sein werde und riefen dazu auf, bei den Anstrengungen zum Umbau der Energielandschaft und seiner Infrastruktur mit ihren Speichern und Netzen nicht nachzulassen.

Zwar gebe es diesen Umbau nicht zum Nulltarif, aber es gehe dabei weniger um Kosten als um Investitionen in die Zukunft, bei der die Rendite in Form geringer ausfallender Klimaschäden sehr hoch ist. Günther verwies in diesem Zusammenhang auf eine Studie die der WWF in Auftrag gegeben hat und die klar ausweist, dass auch die Erhöhung der Strompreise in Deutschland als Folge der Energiewende relativ gering ausfallen wird.

Einbindung der Bürger und Sensibilisierung für den Klimaschutz

Um diese enormen Investitionen zu stemmen, seien vor allem Energieversorger - sowohl die großen der Branche als auch die Stadtwerke - gefragt, so Schmid, denn vor allem sie könnten das notwendige Kapital für die Energiewende beschaffen und bereitstellen. Nicht zuletzt gebe es in den Energieunternehmen auch das Know How und den Sachverstand, der für die Umsetzung der Energiewende und damit für mehr Klimaschutz notwendig ist. Wichtig hierbei sei jedoch, dass die Bürger sehr viel mehr und früher in die Vorhaben eingebunden werden, als dies bislang der Fall war. Auch eine direkte finanzielle Beteiligung der Bürger daran sei sehr zu begrüßen.

Klar sei ohnehin, dass es ohne die Bürger nicht gehe. Daher sei besonders wichtig, die Öffentlichkeit für dieses Thema noch stärker zu sensibilisieren und die Menschen über den Klimawandel und die Möglichkeit jedes Einzelnen, das Klima zu schützen, aufzuklären. Günther betonte aber auch, dass die Aufklärungsarbeit von staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen ihre Grenzen hat. Um das 2°-Ziel einhalten zu können, müssten die Staaten sich klare, quantifizier- und nachvollziehbare Klimaschutzziele setzen und diese mit staatlichen Mitteln auch durchsetzen.

CO2-Rechner: Kostenlos den eigenen Fußabdruck berechnen

Trotzdem könne jeder einzelne durch sein Wohn-, Mobilitäts-, Ernährungs- sowie Konsumverhalten einen wichtigen Beitrag leisten. Hierfür liefere der CO2-Rechner, der von KlimAktiv gemeinsam mit dem Umweltbundesamt und dem ifeu-Institut entwickelt wurde, wertvolle Informationen. Denn zunächst müsse jeder einzelne wissen, wo er mit seiner CO2-Bilanz steht, bevor er dann versucht, diese Schritt für Schritt zu verbessern, so Schmid.

Neben der Aufklärung und Sensibilisierung würden auch noch mehr Anreize zu mehr Klimaschutz benötigt. Den Kommunen komme dabei wegen der Nähe zu ihren Bürgern eine herausragende Bedeutung zu, in dem sie über innovative Programme gemeinsam mit örtlichen Unternehmen den Klimaschutz erlebbar machen. Überhaupt könnten noch viele Unternehmen mehr Verantwortung zeigen, indem sie nachhaltiges Handeln als ein Unternehmensziel verankern, ihren CO2-Fußabdruck verkleinern sowie die eigenen Mitarbeiter zu mehr Klimaschutz motivieren.

 

 

 

Quelle: KlimAktiv gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung des Klimaschutzes mbH / Brigitte Zügel / 22.08.2011

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